Arbeitsrecht Senden - kündigung

Arbeitsrecht Senden - kündigung

Kündigung/Kündigungsschutz

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses stellt den stärksten Eingriff in das Arbeitsverhältnis dar. Sie kann auf verschiedene Art erklärt werden und auf verschiedenen Gründen beruhen.

Bei der Art der Kündigung ist die ordentliche Kündigung von der außerordentlichen Kündigung zu unterscheiden. Während bei der ordentlichen Kündigung die Kündigungsfristen beachtet werden, wird die außerordentliche Kündigung mit sofortiger Wirkung ohne Wahrung der Kündigungsfristen erklärt (sog. fristlose Kündigung).

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses kann auf drei verschiedene Gründe gestützt werden. Es handelt sich um

  • Personenbedingte Gründe
  • Verhaltensbedingte Gründe
  • Betriebsbedingte Gründe

Bei einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus personenbedingten Gründen liegen die Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in der Spähre des Arbeitnehmers. Beispielhaft zu erwähnen sind die Fälle längerer Krankheit oder häufiger Kurzerkrankungen eines Arbeitnehmers.

Auch bei einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus verhaltensbedingten Gründen liegen die Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in der Spähre des Arbeitnehmers. Dieser muss gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen haben. Voraussetzung für die Wirksamkeit einer Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen ist zumeist, dass der Arbeitnehmer wegen dieses Verstoßes bereits durch den Arbeitgeber abgemahnt wurde.

Bei einer Kündigung aus betriebsbedingten Gründen liegen die Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in der Spähre des Arbeitgebers. Häufig wird insoweit zur Begründung der Kündigung ein Auftragsrückgang oder Auftragsmangel durch den Arbeitgeber behauptet. In einem Kündigungsschutzverfahren hat aber der Arbeitgeber das tatsächliche Vorliegen betriebsbedingter Gründe zu beweisen, was oftmals sehr schwierig ist. Zudem muss der Arbeitgeber eine Sozialauswahl treffen, mit der der zu kündigende Arbeitnehmer bestimmt wird.

Im Rahmen der Kündigung von Arbeitsverhältnissen ist auch noch die sogenannte Änderungskündigung zu erwähnen. Hier spricht der Arbeitgeber eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus, unterbreitet jedoch gleichzeitig das Angebot, das Arbeitsverhältnis zu geänderten (schlechteren) Bedingungen weiterzuführen.

Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss aber stets schriftlich erfolgen. Ist dies nicht der Fall, ist die Kündigung unwirksam.

Für den Arbeitnehmer besteht die Möglichkeit jede einzelne der dargestellten Kündigungsvarianten gerichtlich auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Ob dies im Rahmen einer für den Arbeitnehmer günstigen Kündigungsschutzklage möglich ist, hängt von der Dauer der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers sowie der Größe des Betriebs des Arbeitgebers ab.

Bei den weitreichenden Folgen einer Kündigung sollte ein Arbeitnehmer unmittelbar nach Ausspruch der Kündigung fachanwaltlichen Rat in Anspruch nehmen, da nur innerhalb eines Zeitraumes von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung gerichtlich gegen eine Kündigung vorgegangen werden kann.
Ein Arbeitgeber sollte bereits vor Ausspruch einer Kündigung fachanwaltlichen Rat in Anspruch nehmen, um die Kündigung bestmöglich vorzubereiten und so gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.